04.05.2026

Nanozyme sollen zur Behandlung von Hirntumoren genutzt werden

St.Gallen - Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des Spitalverbunds HOCH Health Ostschweiz arbeiten an der Entwicklung von Nanomedikamenten. Mit diesen Nanozymen sollen gefährliche Hirntumore therapiert werden.

(CONNECT) Forschende des Labors Nanomaterials in Health der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des ebenfalls in St.Gallen ansässigen Spitalverbunds HOCH Health Ostschweiz arbeiten an der Entwicklung von Nanomedikamenten. Diese sogenannten Nanozyme sollen zur Behandlung gefährlicher Hirntumore wie Astrozytomen, die operativ nicht behandelt werden können, genutzt werden, heisst es in einer Mitteilung.

Astrozytome sind aggressiv wachsende Hirntumore, die operativ oder durch Bestrahlung nicht oder nur schwer zu entfernen sind. Ein Team der Empa und des Spitalverbands HOCH Health Ostschweiz unter Leitung der Neurochirurgin Isabel Hostettler sucht einen neuen Ansatz mit sogenannten Nanozymen. Diese Nanomaterialien mit enzymatischer Wirkung könnten gezielt die Blut-Hirn-Schranke überwinden und direkt an den Tumor appliziert werden. Die Nanozyme könnten dabei mit Nah-Infrarot aktiviert werden, heisst es in der Mitteilung.

„Da Krebszellen einen besonders aktiven Stoffwechsel haben, reichern sich die Wirkstoffe spezifisch im Tumorgewebe an“, wird Empa-Forscher Giacomo Reina in der Mitteilung zitiert. Mit der Steuerung durch das Infrarotlicht lassen sich auch Dosierungen genau einstellen und damit Nebenwirkungen reduzieren. Erste Tests an einer Astrozytom-Zellkultur zeigten bereits ein positives Ergebnis. Das Forschungsprojekt ist derzeit auf vier Jahre terminiert, an deren Ende minimalinvasive Therapien für klinische Tests bereitstehen sollen. Das Projekt wird von der Hedy Glor-Meyer Stiftung, der Swiss Cancer Foundation sowie vier weiteren Stiftungen unterstützt. Bei HOCH Health Ostschweiz handelt es sich um einen Zusammenschluss der Spitalverbände Kantonsspital St.Gallen, Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland, Spital Linth und Spitalregion Fürstenland Toggenburg. ce/ww