Koster AG Holzwelten und Empa entwickeln Marmorholz
Gossau SG/St.Gallen - Die Koster AG Holzwelten hat gemeinsam mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) Marmorholz entwickelt. Das Holz zeichnet sich durch eine Musterung schwarzer Linien aus, die von einem Pilz verursacht werden. Es wird nun unter dem Namen Myrai auf den Markt gebracht.
(CONNECT) Die Schreinerei Koster AG Holzwelten, ein Familienbetrieb aus Gossau, hat gemeinsam mit der Empa sogenanntes Marmorholz entwickelt. Marmorholz zeichnet sich durch eine Zeichnung feiner schwarzer Linien aus, die von einem Schlauchpilz verursacht werden. Das einzigartige Holz, einst ein seltener Zufallsfund, wird nun in einem Nebengebäude der Schreinerei mit Hilfe von Edelstahlcontainern, Laboren und Klima- und Vakuumkammern hergestellt. Das Produkt kommt laut einer Mitteilung nun unter dem Namen Myrai auf den Markt.
Die Schreinerei und die Empa entwickelten im Rahmen eines gemeinsam gestarteten Innosuisse-Projekts ein standardisiertes, skalierbares Verfahren zur gezielten Herstellung von Marmorholz. In einer Vakuumkammer werden Bretter aus heimischen Laubholzarten wie Ahorn, Buche oder Esche auf die korrekte Feuchtigkeit gebracht, sterilisiert und mit dem Pilz inokuliert. Anschliessend verbringen sie mehrere Wochen in einer Klimakammer, um das Pilzwachstum und die resultierenden Muster zu ermöglichen. Zuletzt wird das Holz in einem technischen Prozess getrocknet und der Pilz stirbt ab.
„Das Besondere an diesem Pilz ist, dass er nur die stark lignifizierten Bereiche der Zellwand nicht abbaut und das Holz somit eine hohe Biegesteifigkeit beibehält“, wird der für das Labor Cellulose & Wood Materials in St.Gallen tätige Empa-Forscher und Pilzexperte Francis Schwarze in der Mitteilung zitiert.
Das resultierende Marmorholz eigne sich besonders für dekorative Anwendungen wie Möbel, Innenausbau oder Musikinstrumente. Im Rahmen des Projekts hat die Schreinerei Know-how entwickelt, um das Erscheinungsbild des Holzes zu steuern und verfeinern. Jakob Koster, ehemaliger CEO der Koster AG Holzwelten, wird sich nun dem Verkauf und der weiteren Innovation des Marmorholzes widmen. Die Nachfrage sei laut Koster bereits gross. Die Schreinerei und die Empa haben zudem bereits neue Ideen für die weitere Zusammenarbeit. ce/nta