19.02.2026

I+D Campus bündelt Innovationsförderung im Kanton Thurgau

Kreuzlingen - Der I+D Campus hat seinen Betrieb aufgenommen und soll auf Initiative der Industrie- und Handelskammer Thurgau (IHK TG) zur Anlaufstelle für Innovation im Kanton Thurgau werden. Am Standort ist neben der Start-up-Initiative Startnetzwerk auch das neue Thurgauer Institut für Digitale Transformation (TIDIT) angesiedelt.

(CONNECT) Im Kanton Thurgau startete am 18. Februar 2026 mit dem I+D Campus ein Kompetenzzentrum, das Vertretende aus Wirtschaft, Forschung, Bildungsinstitutionen und anderen Organisationen in Innovationsfragen unterstützt. „Hier bekommt jede gute Idee einen Booster, damit sie nicht in der Schublade landet, sondern im Markt“, erklärte I+D-Campus-Geschäftsführer Meinrad Koch bei der Begrüssung. Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch das Thurgauer Institut für Digitale Transformation (TIDIT) als Forschungsarm des Campus offiziell eröffnet. Am Standort in Kreuzlingen ist zudem das Startnetzwerk als Kontaktpunkt für Gründende vertreten, und es werden Coworking-Arbeitsplätze angeboten. Der Campus ist auf Basis einer Initiative der Industrie- und Handelskammer Thurgau (IHK TG) entstanden. Als finanzielle Grundlage stehen I+D Campus und TIDIT jeweils 10 Millionen Franken aus dem Börsengang der Thurgauer Kantonalbank (TKB) zur Verfügung. Langfristig ist eine Eigenfinanzierung angestrebt.

„Wir wollen die Innovationskraft im Kanton fördern, denn viele unserer KMU besitzen keine eigenen Abteilungen für Forschung und Entwicklung“, erklärte IHK TG-Präsidentin und Nationalrätin Kris Vietze auf der Bühne. Am Campus könnten nun alle Interessierten auf effiziente Weise Dienstleistungen beziehen, Netzwerke vertiefen und Ideen austauschen. IHK TG-Direktor Jérôme Müggler ergänzte: „Das ist das erste Mal, dass im Thurgau etwas Vergleichbares realisiert wird. Das Fundament und Haus stehen – nun machen wir uns mit Partnern an die Innenausstattung.“ Müggler ist seit Jahren mit dem Projekt betraut und präsidiert heute den I+D-Campusstiftungsrat.

Der Campus bündelt Kompetenzen aus dem regionalen Ökosystem. Dazu zählen neben dem Startnetzwerk auch die Pädagogische Hochschule Thurgau, das Thurgauer Technologieforum sowie Partner im benachbarten Deutschland. So wird das TIDIT rechtlich von der Thurgauischen Stiftung für Wissenschaft und Forschung getragen, ist jedoch akademisch ein An-Institut der Universität Konstanz und der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG Konstanz). 
 
„Unsere Forschung soll dafür sorgen, dass auf Basis grosser Datenmengen bessere Entscheidungen getroffen werden“, betonte TIDIT-Geschäftsführerin Caroline Obolensky und nannte als Anwendungsbeispiel das Flottenmanagement im Logistikbereich. Das Institut will einen Beitrag dazu leisten, dass Thurgauer Unternehmen die digitale Transformation erfolgreich meistern und der Kanton noch attraktiver für Fachkräfte wird – zum Beispiel durch Doktoratsstellen im Rahmen der eigenen Forschungsprojekte.

Die Bedeutung von Innovation und digitaler Transformation für die Thurgauer Wirtschaft steckte Stephan Siegrist in einem Impulsvortrag ab. Der Gründer und Leiter der Zürcher Denkfabrik W.I.R.E. betonte die gute Startposition auch kleiner Wirtschaftsräume. „Es geht ums Machen und nicht darum, jeden Trend mitzumachen“, so Siegrist. Bei einem Überfluss an Ideen ist laut Siegrist Selektionsfähigkeit die alles entscheidende Kraft. ce/yvh