HSG erhält finanzielle Förderung von Dieter Schwarz Stiftung
St.Gallen/Neckarsulm – Die Universität St.Gallen (HSG) hat ein fünfjähriges Forschungsprojekt mit dem Ziel digitaler Autonomie in Europa gestartet. Mit finanzieller Förderung durch die deutsche Dieter Schwarz Stiftung wollen die Forschenden am Aufbau souveräner Cloud-Infrastrukturen und digitaler Ökosysteme mitwirken.
(CONNECT) Forschende am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St.Gallen (HSG) haben eine auf fünf Jahre ausgerichtete Studie zum Aufbau digitaler Souveränität Europas gestartet. Auf Basis einer im Januar 2026 unterzeichneten Fördervereinbarung mit der deutschen Dieter Schwarz Stiftung sollen laut einer Mitteilung der HSG „wissenschaftlich fundierte, anwendungsnahe und zukunftsweisende Modelle für souveräne Cloud-Infrastrukturen und Transformationen für Enterprise IT und den Schwerpunkt KI“ entwickelt werden.
Angesichts einer geopolitisch und wirtschaftlich unsicheren Weltlage sei digitale Unabhängigkeit von hoher Bedeutung, heisst es zur Begründung des Forschungsprojekts. Um speziell bei der Transformation der Cloud-Technologie Autonomie zu gewinnen, habe der Abbau von fragmentierten IT-Landschaften, heterogenen Regulierungen, proprietären Technologien, Unsicherheit bezüglich Datenhoheit und mangelnde Interoperabilität die Priorität. Dabei stehen Fragen nach künftigen Unternehmensstrategien im Mittelpunkt. Hier müsse der Fokus politisch, ökonomisch und technologisch auf digitaler Autonomie liegen. Zudem werden vermehrt vertrauenswürdige, offene und skalierbare Infrastrukturen sowie resiliente Cloud-Governance-Modelle benötigt.
Das Forschungsvorhaben ist multiperspektivisch konzipiert. Es hat das Ziel, zu konkreten Handlungsmodellen für Politik, Wirtschaft und Forschung beizutragen sowie Transferpfade in unternehmerische und regulatorische Kontexte zu eröffnen. In mehreren koordinierten Teilprojekten wird die Sicht von Cloud-Anbietern und Anwendern untersucht. Zudem fliesst die Rolle von Innovationsökosystemen bei der Gestaltung der digitalen Souveränität ein.
Nach Worten von Gunther Friedl, Geschäftsführer der Dieter Schwarz Stiftung, sollen die Forschungsergebnisse in innovative Weiterbildungsprogramme münden, um das Wissen „direkt zu den Entscheidungsträgern von morgen“ zu bringen. Hilfreich sei dabei die enge Vernetzung mit dem Bildungscampus in Heilbronn. „Sie stellt sicher, dass aus wissenschaftlichen Erkenntnissen echte Kompetenzen für die Wirtschaft entstehen“, wird er zitiert. ce/heg