03.03.2026

Fehlendes Abkommen mit der EU erhöht Schweizer Stromkosten

St.Gallen - Fehlende Abkommen zwischen der Schweiz und der EU zum Stromaustausch erhöhen die Stromkosten hierzulande. Flexible Anbieter aus dem sogenannten Intraday-Markt bestimmen die Preise auf Kosten der Verbraucher, zeigt eine Studie der Universität St.Gallen.

(CONNECT) Eine Studie unter Mitwirkung des Instituts für Operations Research und Computational Finance (ior/cf-HSG) der Universität St.Gallen (HSG) hat ein mögliches künftiges Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU im Fokus. In der Schweiz bedienen laut einer Mitteilung traditionell grosse Wasserwerke den Markt für Regelenergie.

Flexibilitätsanbieter, die Strom aus Biogasanlagen, Kleinwasserkraftwerken, Batteriespeichern und auch aus steuerbaren Grossverbrauchern wie Wärmepumpen anbieten, können „Netzbetreibern wie Swissgrid flexibel Stromproduktion oder Stromverbrauch zur Stabilisierung des Stromnetzes" anbieten, wie Karl Frauendorfer zitiert wird, ehemaliger Direktor des ior/cf-HSG. Sie könnten ihren Strom aber auch auf dem sogenannten Intraday-Markt handeln, wobei aktuell nur einer der Märkte bedient werden kann.

Das nun abgeschlossene transnationale Forschungsprojekt DigIPlat, an welchem das ior/cf-HSG beteiligt war und das unter anderem vom Schweizer Bundesamt für Energie (BFE) mitfinanziert wurde, zeigt auf, dass eine Kopplung beider Märkte zu einer Erhöhung der Marktliquidität führen würde. „Für einen Flexibilitätsanbieter führt dies potenziell zu höheren Erlösen, während Endverbrauchende von tieferen Netzgebühren profitieren", so Michael Schürle vom ior/cf-HSG.

Die Studie hat auch die Rolle der Plattform PICASSO untersucht, über die bereits 15 EU-Staaten grenzüberschreitend Regelenergie austauschen. Da diese Ungleichgewichte zwischen den Teilnehmenden ausgleicht, wird somit der Bedarf an Regelenergie gesenkt. Noch könne die Schweiz davon aber nicht profitieren:  „Da das Stromabkommen mit der EU noch fehlt, sind die Volumen am Schweizer Intraday-Markt ohne grenzüberschreitenden Handel eingebrochen", sagt Schürle. „Durch eine Teilnahme am grenzüberschreitenden Intraday-Markt sowie an Kooperationen wie PICASSO, die durch ein Stromabkommen mit der EU möglich würden, hätten hiesige Flexibilitätsanbieter zusätzliches Potential zur Vermarktung ihres Angebotes“ wird er weiter zitiert. „Gleichzeitig könnten Schweizer Verbraucher mit tieferen Kosten für die Stabilisierung des Netzes rechnen.“ ce/ww