Empa und TI Solutions entwickeln Polymerkabel für MRT-Diagnostik
St.Gallen/Zürich - Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und von TI Solutions haben neue Polymerkabel entwickelt. Die Kabel mit einer dünnen Titan-Silber-Beschichtung eignen sich für MRT-Untersuchungen.
(CONNECT) Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in St.Gallen und des Industriepartners TI Solutions mit Sitz in Zürich haben für MRT-Untersuchungen ein spezielles Polymerkabel entwickelt, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Magnetresonanztomografien (MRT) sind ein wichtiges bildgebendes Diagnoseverfahren. Untersuchungen gehen unter anderem parallel mit Hirnstrommessungen, Elektrokardiogrammen oder einer Stimulation von tiefliegenden Hirnstrukturen durch temporale Interferenz-Stimulation (TI). Aufgrund der hohen angewandten Magnetfelder und eingesetzten Radiowellen dürfen in der Apparatur keine metallischen Objekte verwandt werden, die mechanische Zerstörung oder thermische Erhitzung auslösen könnten.
Wie es in der Mitteilung heisst, besteht dieses Elektrodenkabel aus einem Bündel von Polymerfasern, die mit einer weniger als einen halben Mikrometer starken Titan-Silberschicht bezogen sind. Die neuartigen Kabel gestatten sowohl kardiologische als auch neurologische Messungen sowie temporale Interferenz-Stimulationen tiefer Hirnschichten. „Unser Ziel war es, ein Kabel mit einer sehr geringen, aber genau definierten metallischen Leitfähigkeit zu entwickeln“, wird Dirk Hegemann, Forschungsleiter am Empa-Labor Advanced Fibers, in der Mitteilung zitiert. „Die Leitfähigkeit muss genug gross sein, damit das Signal übertragen werden kann, aber nicht so gross, dass es zu einer Interaktion mit den Radio- oder Magnetwellen kommt“. Sven Kühn, Forschungsleiter bei TI Solutions, ergänzt: „Mit den im Empa-Labor entwickelten MRT-kompatiblen Kabeln haben unsere medizinischen Forschungspartner zum ersten Mal die Möglichkeit, die Wirkung von TI im Hirn mittels MRT sicher und störungsfrei sichtbar zu machen.“ Das Unternehmen ist auf Forschung im Bereich der temporalen Interferenz-Stimulation spezialisiert. Die Entwicklung der neuen Polymerkabel wurden von Innosuisse gefördert. ce/ww