25.03.2026

Empa-Forscherin entwickelt Katalysatoren für erneuerbares Benzin

St.Gallen - Alessia Cesarini ist als Empa Entrepreneur Fellow ausgezeichnet worden. Die Forscherin an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) erhielt den Preis für ihre Entwicklung von Katalysatoren für ein Benzin, das aus erneuerbaren Molekülen wie Ethylen und Propylen hergestellt wird.

(CONNECT) Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat der Forscherin Alessia Cesarini ein Empa Entrepreneur Fellowship verliehen. Die Forscherin am Chemical Energy Carriers and Vehicle Systems Laboratory in St.Gallen erhielt laut einer Mitteilung die Auszeichnung für ihre Entwicklungsarbeiten für klimafreundliches Benzin. 

Das Projekt setzt auf das chemische Verfahren der Oligomerisierung. Dabei wird aus erneuerbaren Molekülen von Ethylen und Propylen ein Treibstoff synthetisiert, der herkömmlichem fossilem Benzin sehr ähnelt. Labordemonstrationen zeigten dabei Ergebnisses eines Benzins mit einer Oktanzahl von 95, einem Wert für kommerziell verwertbares Benzin. Alessia Cesarini hat dafür eine patentierte Katalysatorenfamilie entwickelt, welche die Effizienz des Prozesses erhöhen und den Energieverbrauch niedrig halten.

Erste Analysen deuten darauf hin, dass der synthetische Treibstoff auch ökonomisch mithalten kann. Eine Pilotanlage mit einer Produktion von 10‘000 Litern ist bereits im Betrieb. Eine industrielle Skalierung ist in einer weiteren Phase vorgesehen. Mit einer Markteinführung des neuen Treibstoffs will die Empa in der Forstwirtschaft beginnen. Nach Erkenntnissen der Empa lässt sich der neue Treibstoff auch mit dem bestehenden Tankstellensystem vertreiben und so einen reibungslosen Übergang zu CO2-ärmeren Kraftstoffen ermöglichen.

Die Jury zeigte sich überzeugt von „einem hohen Mass an technologischer Innovation sowie einer klaren Strategie, die Technologie gemeinsam mit Industriepartnern schrittweise auf den Markt zu bringen“, heisst es von Seiten der Empa.

Cesarini will die Technologie schrittweise mit Industriepartnern auf den Markt bringen. „Meine Karriere führte mich konsequent von der Forschung zur unternehmerischen Umsetzung meiner Ideen“, wird die Forscherin in der Mitteilung zitiert. „Dieses Projekt baut auf meiner Forschung zu Katalysatoren für synthetische Treibstoffe und meiner Vision auf, CO2-neutrale Mobilität wirtschaftlich tragfähig zu machen. Mein Ziel ist eine Lösung, die mit bestehenden Fahrzeugen und Infrastrukturen funktioniert – ökologisch wie ökonomisch nachhaltig.“ ce/ww